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 E & BJ Capper Nagold 2009/10

 

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25. - 27.5.2009

Carnac

Hauptstadt der Menhire, und die

Menhir capital, and the

 

Côte Sauvage

Nach der Waschküchen-Atmosphäre, die im Vézèretal herrschte, atmen wir befreit auf, als wir endlich die bretonische Küste bei Carnac erreichen. Die kleine Stadt bietet einen zentralen großen Stellplatz an, der Ende Mai bereits gut gefüllt ist.
Auf der Such nach einem frischen Baguette erkunden wir den hübschen Ort rund um die alte Steinkirche Saint-Cornely. (Bild).

After the wash-house atmosphere of the Vézère Valley we are relieved at last to reach the coast of Brittany near Carnac. The small town offers a large central parking place for mobile homes which now, near the end of May, is already well-filled.
On the lookout for a fresh baguette we wnader through the attractive town surrounding the square and the the old stone church of Saint Cornely (picture).

 

 

 

Carnac wird unterteilt in "Carnac-Stadt" und Carnac-Strand". Letzteren sehen wir auf dieser Panoramaaufnahme. Auch wenn er auf den ersten Blick außer weißem Sand und angespültem Seetang nicht sonderlich viel zu bieten hat, ist er anscheinend bei Sommertouristen sehr beliebt.

Carnac is divided into “Carnac Town” and “Carnac Beach”. We have captured the latter on a panorama photo. Although at first view it doesn’t offer much apart from white sand and washed-up see-weed it is apparently very popular for summer tourists.

 

 

 

Wir sind weder wegen der Stadt, noch wegen des Strandes da, sondern wegen der weltweit größten Ansammlung stehender Steine. Hübsch in langen Reihen angeordnet nennt man sie "Alignements". Man muss sie auch nicht lange suchen, sie stehen gleich neben dem Stadtschild, vor herumtrampelnden Touristen durch lange Zäune geschützt.

Vokabular zur Erinnerung:
- Menhir - aus dem Bretonischen ‘langer Stein’ = ‘stehender Stein’
- Megalith - aus dem Griechischen ‘großer Stein’
- Monolith - aus dem Griechischen ‘Einzelstein’
- Dolmen - aus dem Bretonischen ‘Steintisch’ = megalithisches Grab aus zwei oder mehreren senkrechten Steinen, die einen aufliegenden  Stein tragen
- Tumulus - aus dem Lateinischen ‘Hügel’ = Hügel aus Erde und Steinen, der über einem oder mehreren Gräbern aufgeschüttet wurde
- Alignement - aus dem Französchen ‘Ausrichtung’ = eine Reihe Megalithen

However we are not really here for the town nor for its beach, but to visit the world-wide largest collection of menhirs or standing stones. They are laid out in tidy long rows called “alignments”. You don’t have to hunt long for them as they stand directly next to the sign for the town, protected from trampling tourists by long fences.

Words, (in case you need reminding):
- Menhir - from Breton ‘long stone’ = standing stone
- Megalith - from Greek ‘large stone’
- Monolith - from Greek ‘single stone’
- Dolmen - from Breton ‘stone table’ = megalithic tomb consisting of two or more upright stones supporting another stone
- Tumulus - from Latin ‘mound’ = earth and stone mound raised over one or more graves
- Alignment - an aligned row of megaliths

 

 

 

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Drei Steingruppen bilden die Steinreihen bei Carnac. Ursprünglich waren sie verbunden und dehnten sich auf eine Länge von 8km aus. Heute sind sie zusammen noch 3km lang und bestehen aus über 3000 aufgerichteten Steinen (Menhire).
Die "Menec" genannte Steingruppe, die sich direkt bei Carnac befindet (Bild), enthält elf parallele Reihen von Menhiren und zieht sich über eine Distanz von 1,1km.

The stone rows at Carnac are in three groups. Originally they were all connected and were about 8 km long. Nowadays they consist of over 3000 menhirs.
The “Menec” alignment in the picture, which is directly near Carnac, contains eleven parallel rows of menhirs and extends over a length of 1.1 km. 

 

 

 

Die Menec-Reihen vom anderen Ende aus betrachtet. Die Höhe der sauber abgestuften Steine variiert zwischen 50 cm und 4 Meter, die höheren Steine befinden sich jeweils an den Enden.

The Menec alignment seen from the other end. The heights of the fairly tidily graded stones vary from 4 metres to 50 cm, the higher ones being nearer the ends.

 

 

 

Die Steinreihen fließen in die Ausläufer der Stadt hinein, ja es sieht teilweise so aus, als habe man sie in die Gartenanlage miteinbezogen. Bei der Grundstücks-Umrandung dieses kleinen Restaurants handelt es sich um einen der zwei Steinkreise, die im Westen und Osten die Menec-Reihen abschließen.

The rows of stones flow into the outskirts of the town, and seem as if they have been incorporated into some of the gardens. The stones surrounding this small restaurant are one of the stone circles which have been identified at the two ends of the Menec alignment. The circle has presumably been  helped along a bit in modern times.

 

 

 

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Wir fahren ein kleines Stückchen weiter zur nächsten Steingruppe, Kermario genannt. Auch sie ist eingezäunt, kann aber unter Aufsicht betreten werden, so dass sich diese Gruppe französischer Schulkinder zwischen den mächtigen Steinen tummeln und die Taten ihrer Vorfahren bestaunen kann.
Diese vorkeltischen Vorfahren errichteten die Steinreihen  vor ca. 6000 Jahren an vielen Stellen entlang der europäischen Westküsten, aber nirgends in der Anhäufung wie bei Carnac, weshalb dieses Gebiet Kandidat für die Unesco-Weltkulturerbeliste ist.

We drive a short distance to the next section, the Kermario (“House of the Dead”) alignment. This is also fenced in, but can apparently be visited with a guide, so we see this group of French schoolchildren inspecting the deeds of their ancestors from close up.
The pre-Celtish ancestors set up the rows of stones about 6000 years ago at many places on the European west coast, but nowhere in such a concentration as at Carnac, which is why this area is a candidate for inclusion in the Unesco World Cultural Heritage list.  

 

 

 

Am südlichen Ende der Steinreihen von Kermario befindet sich ein Dolmen, eine Grabkammer, die allerdings wesentlich älter als die Steinreihen ist.

At the southern end of the Kermario alignment there is a dolmen, a burial chamber which is significantly older than the rows of stones.

 

 

 

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Ein blühender Ginster (li) vor den großen, manchmal sehr eigenwillig geformten Menhiren bei Kermario.

Man nimmt an, dass diese Gegend um 4000 v.Chr. von sesshaften Menschen dicht besiedelt und ihre Gesellschaft hierarchisch geordnet war. Anders als mit Hilfe einer klaren Aufgabenverteilung kann man sich die Errichtung kilometerlanger Alignements nicht vorstellen. Über ihren Zweck wird weiterhin gerätselt, wahrscheinlich spielte die Religion eine wesentliche Rolle, oder die Astronomie. Manche sehen darin gar eine seismografische Anlage zur Warnung vor Erdbeben, andere glauben, dass jeder Stein zu Ehren eines Verstorbenen errichtet wurde.

Zwischen den Steinen wachsen auch ganze Gruppen des weißen Affodills, eines Liliengewächses. In der griechischen Tradition wird diese Pflanze mit den Toten und der Unterwelt in Zusammenhang gebracht, was irgendwie passend erscheint.

A flowering broom bush (l) in front of the huge Kermario menhirs with their wilful shapes.

It is thought that this area had a relatively dense settled  populated in ca. 4000 BC and that their society was hierarchically organized. Other than with the help of a clear assignment of duties it is difficult to imagine how the kilometre-long alignments could have been erected. Experts still puzzle about their purpose, probably religion played an important role, or astronomy. Some have even identified them as a seismic system to give earthquake warnings, others think that each stone was added to a row in honour of a person who had died.

Between the stones grow whole groups of White Asphodel, a variety of lily. In Greek tradition the plant  was connected with the dead and the underworld, which somehow seems appropriate.

 

 

 

12 Kilometer östlich von Carnac befinden sich im Ort Locmariaquer weitere außerordentliche prähistorische Bauwerke, darunter der Table des Marchands, "Tisch der Kaufleute" genannt (links im Bild), und - in vier Stücke zerbrochen - der größte Monolith der westlichen Vorgeschichte (re).

12 km to the east of Carnac by the small town of Locmariaquer there are further remarkable prehistoric monuments, among them the “Table des Marchands”, (“the Merchant’s Table”), on the left and 2 of the 4 pieces of the largest monolith of western prehistory on the right.

 

 

 

Der Dolmen Table des Marchand wurde erst kürzlich mit Bruchsteinen abgedeckt, um die ursprüngliche Form des Tumulus, des künstlichen Hügels, wieder herzustellen. Dabei wurde allerdings der markante riesige Deckstein unsichtbar. Dafür kann man die originale Grabkammer wieder begehen. Sie wurde zwischen 3900-2000 v.Chr. benutzt.

The dolmen Table des Marchand has recently been recovered with stones in order to recreate the original form of the tumulus or artificial hill. However in the process the prominent huge covering stone was hidden. Instead the original grave chamber can be visited. It was in use between about 3900 and 2000 BC.

 

 

 

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Durch einen schmalen Gang (li) gelangt man in den hinteren Teil der Grabkammer, der von einer Steinplatte mit Einritzungen begrenzt wird. Aufgrund der seitlichen Beleuchtung des Steins erkennt man die Krummstab-Gravuren, denen eine sakrale Bedeutung zugesagt wird. Diese Steinplatte ist viel älter als der Dolmen selbst. Sie gehörte zu einer Reihe  Megalithen, die zuvor hier stand. Man beließ diesen Megalith an Ort und Stelle und baute den Dolmen um ihn herum.
Auch die riesige Deckplatte ist Teil eines Megalithen, dessen anderer Teil sich ebenfalls als Deckplatte auf einem Dolmen in 4 km Entfernung befindet.
Die Dolmenbauer jener Zeit "recycelten" die riesigen Menhire, die sie vorfanden.

Through a narrow passage (l) the back part of the burial chamber is reached. In the middle of its wall is an impressive carved stone slab. Illuminated from the side the carved crooks on it become recognizable. They are believed to have religious significance. This stone slab is much older than the dolmen itself and belonged to a row of megaliths which stood here before. They were left in situ and the dolmen built around them.
The huge slab forming the roof is also part of a megalith whose other part forms the roof of a dolmen 4 km away.
The dolmen builders of the time used to “recycle” the huge menhirs that they found.

 

 

 

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Dieser Monolith, der "Grand Menhir brise", der größte aus der Vorgeschichte der westlichen Welt, liegt heute in vier Teile zerbrochen auf dem Boden. Der 280t schwere Stein besteht aus einem Granit, den es hier nicht gibt. Er wurde mehrere Kilometer weit mit einer unbekannten Technik hierher transportiert. Hinter ihm befanden sich noch 18 weitere Menhire. Einer davon bildet, wie oben gesagt, die Rückwand des Dolmen Table des Marchants, der Teil eines anderen dessen Dach. Diese ca. 6500 Jahre alte Steinreihe wurde vor 4300 Jahren zerstört. Ob die Steine umfielen oder absichtlich gekippt und zerbrochen wurden, ist nicht bekannt.
Zwischen den Bruchstücken erkennt man im Hintergrund den Table des Marchants.

The "Grand Menhir brise", (“the Great Broken Menhir”), is the largest prehistoric monolith in the western world, but today lies in pieces on the ground. The 280t stone is granite of a type which is not local, so it must have been transported by unknown means from several kilometres away. Beyond it there were 18 further menhirs, one of which forms the back wall of the Table des Marchand dolmen (see above) and part of another its roof. This row of stones was set up ca. 6500 years ago but then destroyed ca. 4300 years ago. Whether the stones just fell over or were intentionally tipped over and broken is not known.
Between the broken pieces in the background is the Table des Marchand.

 

 

 

Der größte künstliche Grabhügel Kontinentaleuropas ist der hier abgebildete Tumulus St. Michel. Er ist 125m lang, 60m breit und 10m hoch. In seinem Innern fand man eine zentrale Kammer mit verbrannten menschlichen Knochen, 39 Steinbeile, die mit der Scheide nach oben in der Erde steckten, Anhänger und Perlenketten sowie kleine Steinkisten mit Tierknochen. Bei weiteren Grabungen entdeckte man zwei weitere kleine Kammern. Da die Untersuchungen den Tumulus instabil machten, kann man die Kammern heute nicht mehr besichtigen.

Auf dem Tumulus steht die Kapelle St. Michel aus dem 17.Jh. und vor ihr ein Steinkreuz mit einer Kreuzigungsszene (re).

The St. Michel tumulus (l) near Carnac is the largest artificial grave mound in continental Europe. It is 125m long, 60m wide and 10m high. Inside it a central chamber was found. In it were burnt human bones, 39 stone axes fixed in the earth with their blades pointing upwards, pendants and strings of pearls and small stone boxes containing animal bones. In later digs two further chambers were discovered. As the excavations destabilized the tumulus the chambers can no longer be visited.

The 17th C St. Michel chapel stands on the tumulus and in front of it stands a stone cross with a crucifixion scene (r).

 

 

 

Etwas westlich von Carnac liegt die Halbinsel Quiberon, die sich aufgrund ihrer Lage für feindliche Angriffe geradezu anbot. 1747 wurde deshalb an einer Engstelle am Fuß der Halbinsel im Vaubanstil das Fort Penthievre errichtet. Es diente im 1.Weltkrieg als Gefängnis für deutsche Soldaten und im 2.Weltkrieg als Teil des deutschen Atlantikwalls und als Gefängnis und Folterort für Mitglieder der französischen Widerstandsbewegung. Heute ist hier ein Truppenübungsplatz.

Some distance to the west of Carnac is the Quiberon peninsular, whose position made it very vulnerable to enemy attacks. Fort Penthievre was therefore built in 1747 in the style originated by Vauban at a narrow point on the approach to the peninsular. In the 1st WW it served as prison for German soldiers, in the 2nd WW as part of the German Atlantic Wall and as a place to imprison and torture members of the French Resistance. Today it is a an army training location.

 

 

 

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An der Spitze der Halbinsel Quiberon befindet sich ein großer Stellplatz nur wenige Meter von der Küste entfernt. Wir genießen unseren Abendspaziergang über rötliche Klippen und blicken lange in die brausenden Wellen.
Ein wunderschönes Stück Côte Sauvage (“Wilde Küste”)!

At the end of the Quiberon peninsular the large camping site for mobile homes is only a few metres from the sea. We enjoy our evening walk along the reddish rocks and spend a lot of time watching the waves.
A very enjoyable section of the Côte Sauvage, (“Wild Coast”)!.

 

 

 

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Wir bemühen uns auch um einigermaßen gute Bilder von wilden Vögeln. Ein gut getarnter Wiesenpieper beobachtet John vorsichtig vom Gras aus.

We also try to get reasonable pictures of the wild birds. Here a well-camouflaged Meadow Pipit watches me carefully back from the grass.

 

 

 

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Um den Rand eines Wasserbeckens stolziert mit Imponiergehabe eine Teichralle (li).
Der Bluthänfling (re) hätte sich farblich nicht besser positionieren können.

On the left a Moorhen struts proudly along the dam of an artificial water basin and (r) a Linnet delivers a splash of colour on the rocks down near the shore.

 

 

 

Nach einer ruhigen Nacht am Strand von Quiberon fahren wir wieder landeinwärts und stolpern dabei fast über diese beeindruckende Dolmenanlage, die kurz vor Plouharnel neben der Straße liegt. Die drei Dolmen von Mane Kerioned sind in U-Form angeordent. Zwei liegen über der Erde, einer unter.

After a quiet night near the Qiberon coast we drive back inland and by chance find this impressive collection of dolmens by the road near Plouharnel. The three de Mane Kerioned dolmens are set in a ‘U’, two of them above ground, one below.

 

 

 

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In den vermutlich ältesten, unter der Erde liegenden Dolmen kann man hinabsteigen. Er enthält eine große Grabkammer mit zahlreichen, sehr schönen Gravuren, die die Muttergottheit darstellen, Wellenlinien und Muster. Der Hügel, der einst alle drei Dolmen bedeckte, ist schon lange verschwunden.

You can go down into the underground dolmen that is believed to be the oldest. It contains a large burial chamber with some fine carvings. They possibly represent a mother goddess with wavy lines and patterns. The earth mound that once covered all three dolmens is no longer there.

 

 

 

Sonnenuntergang an der Côte Sauvage.

Sunset on the Côte Sauvage.

 

 

 

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